Was den steirischen Weinjahrgang 2026 besonders macht

von Alexandra Otto 29/09/2026
Nachrichten
Was den steirischen Weinjahrgang 2026 besonders macht

So früh wie noch nie haben die steirischen Winzerinnen und Winzer in diesem Jahr mit der Weinlese begonnen, denn mediterrane Witterungsverhältnisse ließen die Trauben ungewöhnlich rasch reifen und rechtzeitige regionale Niederschläge sorgten zugleich für Entspannung in den Weingärten. Das Ergebnis: gesunde Trauben, vielversprechende Qualitäten und eine Erntemenge, die im Bereich einer guten Normalernte liegen dürfte.

Bereits Ende August wurden in der Steiermark die ersten Trauben für die Sektproduktion eingebracht. Anfang September folgte der Start der Hauptlese, die bei zahlreichen Betrieben schon Mitte des Monats weit fortgeschritten oder sogar abgeschlossen war. Der Grund dafür ist das illyrisch-mediterrane Klima: Trockene Phasen im Frühsommer und hohe Temperaturen während des Hochsommers beschleunigten die Entwicklung der Reben. Anders als in vielen anderen österreichischen Weinbaugebieten blieben größere trockenheitsbedingte Ausfälle in der Steiermark jedoch weitgehend aus.

Die regionalen Niederschläge reichten in vielen Teilen des Weinlandes aus, um ausgeprägten Trockenstress zu verhindern. Lediglich auf besonders kargen Standorten waren die Bedingungen anspruchsvoller. In der entscheidenden Reifephase stellte sich zudem jener Wechsel zwischen warmen Tagen und kühlen Nächten ein, der für die steirische Weinstilistik besonders wichtig ist. Die Temperaturunterschiede unterstützen die Entwicklung der Aromen und tragen dazu bei, Frische und Säure in den Trauben zu bewahren. Die anhaltend hohen Temperaturen ließen die Zuckergehalte in den Beeren schnell ansteigen und machten einen frühen Lesestart notwendig. Für die Betriebe kam es deshalb besonders darauf an, den optimalen Zeitpunkt zwischen Reife, Frische und Säure zu treffen.

Aber auch die rasche Verarbeitung und Kühlung der frisch geernteten Trauben spielte angesichts der warmen Bedingungen eine zentrale Rolle, denn nur so ließen sich die gewünschte Aromatik und die charakteristische Frische der steirischen Weine erhalten. Der Jahrgang 2026 dürfte damit ein breites Spektrum ermöglichen: von lebendigen, frischen und aromatischen Weinen bis hin zu kräftigeren, charaktervollen und dennoch trinkfreudigen Stilistiken. Und auch mengenmäßig fällt die erste Bilanz erfreulich aus. Im Vorjahr wurden laut Statistik Austria 244.717 Hektoliter Wein produziert, für 2026 wird erneut mit einer Normalernte gerechnet. Erste Schätzungen deuten sogar auf eine Menge über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre hin. Auf rund 5.000 Hektar Rebfläche verfügt die Steiermark über ein Produktionspotenzial von etwa 230.000 bis 250.000 Hektolitern. Größere trockenheitsbedingte Einbußen, wie sie andernorts zu beobachten waren, blieben aus heutiger Sicht weitgehend aus.

Mit der Lese startet zugleich eine der genussvollsten Zeiten des Jahres. Sturm, regionale Weinfeste und Besuche bei den Buschenschanken prägen in den kommenden Wochen das steirische Weinland. Wer den neuen Jahrgang dort erleben möchte, wo er entsteht, findet über die Buschenschanksuche der Wein Steiermark mehr als 200 Betriebe samt aktuellen Öffnungszeiten.